Das Inserat ist samstags online gegangen. Bis Montag sind vierzig Anrufe aufgelaufen, alle mit derselben Frage nach dem Baujahr und der Energieeffizienzklasse.
KI-Telefonassistent für Makler: die Anfragewelle im Griff.
Ein Inserat geht online, und innerhalb von 48 Stunden kommen sechzig Anfragen — die meisten mit denselben drei Fragen. Wer nicht rangeht, verliert nicht nur Interessenten, sondern auch den Eindruck von Professionalität beim Eigentümer, der zuschaut.
Kurz gefasst: Der Assistent nimmt die Anfragewelle nach der Veröffentlichung an, beantwortet die Standardfragen aus dem Exposé und qualifiziert vor: Finanzierung geklärt, Selbstauskunft vorhanden, Wunschtermin. Wer durchfällt, bekommt trotzdem eine höfliche Antwort; wer passt, landet als Besichtigungsanfrage im Kalender. Grenze: Der Assistent bewertet keine Objekte und macht keine Preisverhandlung.
Das Problem
48 Stunden Ausnahmezustand nach jeder Veröffentlichung
Das Anrufaufkommen im Maklergeschäft ist extrem ungleich verteilt: tagelang wenig, dann 48 Stunden Ausnahmezustand nach jeder Veröffentlichung. Für diese Spitze kann man nicht besetzen, und sie fällt oft genau ins Wochenende.
Während der Besichtigung klingelt das Telefon durchgehend. Rangehen wirkt unprofessionell, nicht rangehen kostet Anfragen.
Die Hälfte der Anrufer hat weder Finanzierungsbestätigung noch realistische Vorstellung. Das merkt man erst nach der Besichtigung.
Aufgaben
Was der Assistent übernimmt
Der Hebel liegt hier weniger im Annehmen als im Vorqualifizieren — der Assistent stellt die Fragen, die man selbst am Telefon oft nicht stellt.
Exposé-Fragen beantworten
Baujahr, Wohnfläche, Energieausweis, Provision, Bezugsfreiheit — alles, was ohnehin im Inserat steht und trotzdem gefragt wird.
Interessenten vorqualifizieren
Finanzierung geklärt? Eigenkapital vorhanden? Bei Vermietung: Selbstauskunft und Einkommensnachweis verfügbar?
Besichtigungswünsche sammeln
Wunschtermine aufnehmen oder mit angebundenem Kalender direkt Slots vergeben.
Objektzuordnung
Zu welchem Inserat ruft jemand an? Die Objektnummer abfragen spart im Nachgang jede Rückfrage.
Eigentümeranfragen erkennen
Wer verkaufen oder vermieten will, ist der wertvollste Anruf des Tages — und wird sofort priorisiert weitergeleitet.
Wochenende abdecken
Portale werden abends und am Wochenende durchgesehen. Genau dann wird auch angerufen.
Ehrlich gesagt
Wo die Grenzen liegen
- Keine Bewertung von Objekten und keine Aussagen zum Verhandlungsspielraum beim Preis.
- Keine verbindlichen Zusagen zu Besichtigungsterminen ohne angebundenen Kalender.
- Keine Auskünfte zu rechtlichen Themen (Vorkaufsrecht, Mietrecht, Erbbaurecht) — das ist Beratung und gehört zum Menschen.
- Vorqualifizierung darf keine Diskriminierung werden: Fragen nach Herkunft, Familienstand oder Religion haben im Prompt nichts verloren und sind nach dem AGG problematisch.
Wir verkaufen hier nichts, was nicht funktioniert. Diese Punkte gehören wörtlich in den Prompt-Block „Grenzen" — sonst erfindet die KI im Zweifel etwas.
Zum Kopieren
Prompt-Vorlage für diese Branche
Kopieren, eckige Klammern ersetzen, in Fonio unter „Prompt" einfügen. Der Block „Grenzen" ist der wichtigste — kürze ihn nicht weg.
# Über dich
Du bist der digitale Telefonassistent von [Maklerbüro] in
[Ort]. Du sprichst freundlich, effizient und siezt.
# Ziel des Gesprächs
Ordne den Anruf einem Objekt zu, beantworte Fragen aus dem
Exposé und qualifiziere Interessenten vor. Erkenne
Eigentümeranfragen und leite sie sofort weiter.
# Gesprächsablauf
1. Begrüßen und fragen, worum es geht.
2. Prüfen: Möchte der Anrufer selbst eine Immobilie verkaufen
oder vermieten? Wenn ja: sofort an [Rufnummer] weiterleiten.
3. Sonst: Zu welchem Objekt ruft er an? Objektnummer oder
Adresse erfragen.
4. Fragen aus dem Exposé beantworten, soweit hinterlegt.
5. Vorqualifizieren:
- Kauf: Ist die Finanzierung geklärt oder eine Bestätigung
vorhanden?
- Miete: Liegen Selbstauskunft und Einkommensnachweis vor?
6. Wunschtermin für eine Besichtigung erfragen.
7. Name und Rückrufnummer erfassen, Nummer ziffernweise
bestätigen lassen.
8. Zusammenfassen und Rückmeldung ankündigen.
# Grenzen
- Du bewertest keine Immobilien und sagst nichts zum
Verhandlungsspielraum beim Preis.
- Du sagst keine Besichtigungstermine verbindlich zu, solange
kein Kalender angebunden ist.
- Du gibst keine rechtlichen Auskünfte (Mietrecht, Vorkaufs-
recht, Erbbaurecht) und verweist auf einen Rückruf.
- Du fragst niemals nach Herkunft, Familienstand, Religion,
Gesundheit oder Schwangerschaft.
- Angaben, die nicht im Exposé stehen, erfindest du nicht:
"Das steht mir nicht vor — ich notiere die Frage."
Recht & Datenschutz
Was in dieser Branche zusätzlich gilt
Zwei Punkte sind hier eigen: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet die Auswahl von Interessenten nach geschützten Merkmalen — die Vorqualifizierung im Prompt muss sich strikt auf wirtschaftliche Kriterien beschränken. Und die Pflichtangaben aus der Energieeinsparverordnung bzw. dem GEG müssen im Inserat stehen; der Assistent darf sie wiedergeben, ersetzt sie aber nicht.
In zwei Minuten
Hör deinen eigenen Assistenten, bevor du irgendwas zahlst
Du gibst deine Website-Adresse ein, Fonio liest sie aus und baut daraus einen Assistenten, der deine Leistungen kennt. Danach rufst du ihn an und hörst, wie er mit deinen Kunden sprechen würde. Kein Konto, keine Kreditkarte.
- 01 Website-Adresse eingeben
- 02 Fonio baut den Assistenten daraus
- 03 Anrufen und zuhören
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FAQ
Häufige Fragen
Kann der Assistent Besichtigungstermine vergeben?
Mit angebundenem Kalender ja — dann vergibt er echte Slots. Ohne Anbindung sammelt er Wunschtermine, was bei Sammelbesichtigungen ohnehin oft die praktischere Variante ist.
Ist die Vorqualifizierung rechtlich unproblematisch?
Solange sie sich auf wirtschaftliche Kriterien beschränkt — Finanzierungsbestätigung, Selbstauskunft, Einkommensnachweis —, ja. Fragen nach Herkunft, Familienstand oder Religion sind nach dem AGG problematisch und gehören nicht in den Prompt. Die Vorlage oben schließt sie ausdrücklich aus.
Woher weiß der Assistent, um welches Objekt es geht?
Er fragt die Objektnummer oder Adresse ab, und die Exposé-Daten liegen in der Wissensdatenbank. Bei häufig wechselnden Beständen lohnt es, dort nur die aktiven Objekte zu pflegen — veraltete Angaben sind schlimmer als keine.
Was passiert mit Eigentümeranfragen?
Die sind der wertvollste Anruf und werden im Prompt direkt an Position zwei geprüft — vor allem anderen. Wer verkaufen will, wird sofort an einen Menschen weitergeleitet, nicht protokolliert.